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Datum: 08.05.2020

Globaler Handel mit Soja geht auf Kosten des Klimas Studie der Uni Bonn untersucht CO2-Emissionen durch brasilianische Soja-Exporte mit unerreichter Genauigkeit

In welchem Ausmaß Anbau und Handel brasilianischen Sojas das Weltklima belasten, hängt ganz erheblich vom jeweiligen Anbaugebiet ab. Das zeigt eine aktuelle Studie, die die Universität Bonn zusammen mit Partnern aus Spanien, Belgien und Schweden durchgeführt hat. In manchen Regionen fallen demnach beim Export von Soja und Sojaprodukten mehr als 200 Mal so hohe CO2-Emissionen an wie in anderen. Die EU importierte zwischen 2010 und 2015 Soja vor allem von Standorten, in denen für den Anbau große Savannen- und Waldflächen in Ackerland umgewandelt wurde. Die Analyse ist nun in der Zeitschrift Global Environmental Change erschienen.

 Die Menge

Die Menge der durch Produktion, Verarbeitung und Export von Soja und Soja-Produkten entstehenden Treibhausgase hängt stark von Gemeinde zu Gemeinde ab und schwankt zudem von Jahr zu Jahr. (© Abbildung: Neus Escobar et. al., Global Environmental Change; DOI: 10.1016/j.gloenvcha.2020.102067)

 

Der Sojahandel trägt auf verschiedenen Wegen zur Treibhausgas-Produktion bei. Der wohl gravierendste ist die Umwandlung natürlicher Vegetation in Ackerflächen. Denn diese binden in der Regel erheblich weniger CO2 als die ursprünglichen Ökosysteme. Auch bei der Ernte und der Verarbeitung der Rohprodukte, dem Transport zu den Häfen und der Verschiffung werden Treibhausgase freigesetzt.

Um den Klimagas-Fußabdruck abzuschätzen, den der Handel mit Soja und Soja-Produkten hervorruft, nutzen Wissenschaftler so genannte Lebenszyklus-Analysen (englisch: Life Cycle Assessments, abgekürzt LCA). Darin ermitteln sie die Ökobilanz eines Produkts von seiner Herstellung bis zum Importeur. Die Wissenschaftler vom Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik (ILR) der Universität Bonn haben diese Abschätzung nun für knapp 90.000 verschiedene Lieferketten vorgenommen, die zwischen 2010 und 2015 für den Soja-Handel genutzt wurden. „Jede dieser 90.000 Handelsströme besteht aus der produzierenden Kommune in Brasilien, dem Ort, in dem das Soja gelagert und vorverarbeitet wurde, dem Export- und Import-Hafen und eventuell der Weiterverarbeitung beim Käufer“, erklärt ILR-Forscherin Dr. Neus Escobar. „Etwas vereinfacht gesagt, haben wir für jede dieser Lieferketten die freigesetzte Kohlendioxid-Menge pro Tonne Soja berechnet.“

 

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  www.uni-bonn.de | 08.05.2020

 

... mehr zum Thema:

  www.eco-Business.com | 25.06.2020

  www.pflanzenforschung.de | 16.06.2020

  www.rheinpfalz.de | 14.05.2020

  www.dgs-magazin.de | 12.05.2020

  www.yumda.de | 11.05.2020

  ena-press-ram.en-a.eu | 09.05.2020

  phys.org [EN] | 07.05.2020

  www.sciencedaily.com [EN] | 07.05.2020

  www.research-in-germany.org [EN] | 08.05.2020

  www.topagrar.com | 08.05.2020

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