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Datum: 06.05.2021

Sind Probiotika die besseren Antidepressiva? Wissenschaftler des IEL haben in eine systematische Literaturrecherche zu dem Thema vorgelegt

Darmbakterien kommunizieren mit dem zentralen Nervensystem und beeinflussen womöglich auf diesem Weg die seelische Gesundheit. Probiotika könnten daher zu einer neuen Therapieoption für psychische Erkrankungen werden.

 

Probiotika

Probiotika könnten in Zukunft eine Alternative zu Antidepressiva sein (© Foto: Colourbox)

 

Die Darm-Hirn-Achse arbeitet als bidirektionales Kommunikationssystem auf der Basis afferenter und efferenter neuraler sowie immunologischer, neuroendokriner und metabolischer Mechanismen. Zu den neuroendokrinen Regulatoren gehören Cortisol, Noradrenalin, Serotonin, Melatonin, Gamma-Aminobuttersäure (GABA) und Corticotropin-Releasing-Faktor (CRF). Viele dieser Faktoren produzieren die Darmbakterien selbst. Eine wesentliche Komponente der bidirektionalen Kommunikation bildet die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA), welche die Homöostase bei Stress sichert. Bei Patienten mit Depressionen findet sich eine Fehlregulation dieser Achse.

Einfluss auf Serotoninbildung und Entzündungsprozesse

Die Kommunikation zwischen Hirn und Darm läuft zudem über eine Modulation des Immunsystems, das Strukturbestandteile von Bakterien erkennt und pro- oder antiinflammatorische Zytokine freisetzt. Diese können im Gehirn Entzündungsprozesse induzieren oder die Serotoninproduktion vermindern. Man nimmt auch an, dass die Darmbakterien die Aktivität regulatorischer T-Zellen beeinflussen. Aus diesen Zusammenhängen drängt sich die Frage auf, ob man nicht durch Einsatz von Probiotika ungünstigen Effekten einer Darm-Dysbiose auf die psychische Gesundheit entgegenwirken kann.

Hanna Huber und Mitarbeiter vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bonn haben in einer systematischen Literaturrecherche die vorliegende Evidenz zusammengetragen. An Versuchstieren mit verändertem Mikrobiom und erhöhter Stressreaktivität ließen sich durch verschiedene Probiotika positive Effekte auf das Verhalten in Stresssituationen oder im Zusammenhang mit Depressionen erzielen, d.h., die Tiere waren neugieriger und weniger ängstlich. Probiotika senkten die erhöhte Plasma-Cortisol-Konzentration. Die mRNA-Expression von GABA-Rezeptoren im Gehirn veränderte sich und die stressbedingt reduzierte Noradrenalin-Konzentration normalisierte sich [...]

 

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  www.medical-tribune.de | 04.05.20211

 

... mehr zum Thema:

  www.lessentiel.lu | 05.05.20211

  www.heute.at | 04.05.20211

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