Sie sind hier: Startseite Fakultät Aktuelles Pressemitteilungen Umweltpolitik hat oft unerwünschte Nebenwirkungen
Datum: 19.03.2020

Umweltpolitik hat oft unerwünschte Nebenwirkungen Publikation unter Federführung der Universität Bonn zeigt Gefahren und mögliche Gegenstrategien auf

„Gut gemeint“ ist nicht gleich „gut gemacht“: Diese Weisheit trifft auch auf Weichenstellungen in der Umweltpolitik zu. Denn allzu oft entfalten diese Nebenwirkungen, die ihrem eigentlichen Zweck sogar völlig zuwiderlaufen können. Eine aktuelle Sonderausgabe der Zeitschrift Environmental Research Letters widmet sich diesem drängenden Problem. Inhaltlich konzipiert wurde sie von Wissenschaftlern der Universität Bonn mit internationalen Partnern.

Symbolfoto

Symbolfoto (© Foto: colourbox)
 

Bioplastik: das klingt grün, nachhaltig und umweltfreundlich. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Zwar sind Kunststoffe aus Mais, Weizen oder Zuckerrohr grundsätzlich nahezu klimaneutral. Außerdem schonen sie die schwindenden Erdöl-Vorkommen. Und dennoch könnte eine konsequente Umstellung von herkömmlichem Plastik auf die Öko-Alternative für die Umwelt eine schlechte Nachricht sein – zumindest beim heutigen Stand der Technik. Denn irgendwo müssen die pflanzlichen Ausgangsstoffe schließlich herkommen. Als Konsequenz würden vermutlich vermehrt Waldflächen zu Ackerland umgewandelt. Wälder binden aber erheblich mehr Kohlendioxid als etwa Mais oder Zuckerrohr – alles in allem kein guter Deal für das Weltklima, von anderen Konsequenzen wie steigenden Nahrungsmittelpreisen ganz zu schweigen.

In der Spezialausgabe der Zeitschrift „Environmental Research Letters“ finden sich eine Reihe derartiger Beispiele. Sie zeigen, dass die Rezepte gegen Klimawandel und Umweltzerstörung oft nicht so einfach funktionieren, wie sie am Reißbrett geplant wurden. „Es ist daher wichtig, die möglichen unerwünschten Folgen bereits im Vorfeld abzuschätzen und gegebenenfalls schnell die Reißleine zu ziehen“, betont Dr. Jan Börner, der an der Universität Bonn die Professur für Ökonomik Nachhaltiger Landnutzung und Bioökonomie bekleidet. „Dazu müssen wir besser verstehen, wie solche so genannten Spillover-Effekte entstehen und wie sie sich vermeiden lassen. Unser Sammelband soll dazu einen Beitrag leisten.“ ...

 

... weiterlesen auf der Seite der Uni Bonn:

  www.uni-bonn.de | 19.03.2020

 

... mehr zum Thema:

  European News Agency | 22.03.2020

 

 

Artikelaktionen