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Datum: 14.04.2021

Wie Pflanzen auf umweltbedingten Stress reagieren Friedrich Wilhelm Bessel-Preis: Pflanzenbiologin aus den USA wird im kommenden Jahr an der Uni Bonn forschen

Welche Auswirkungen hat umweltbedingter „Stress“ auf Nutzpflanzen, und wie kann man diese Auswirkungen vorhersagen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Biologin Prof. Dr. Amy Marshall-Colon an der University of Illinois in den USA – und bald auch als Gastprofessorin am Exzellenzcluster „PhenoRob – Robotik und Phänotypisierung für Nachhaltige Nutzpflanzenproduktion“ der Universität Bonn. Für die Kooperation mit ihren Bonner Kolleginnen und Kollegen erhält sie jetzt einen mit 45.000 Euro dotierten Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Für die Forschungsarbeit wird Amy Marshall-Colon von Mai bis August 2022 in Bonn sein.

 

Die Pflanzenbiologin

Die Pflanzenbiologin Amy Marshall-Colon wird am Exzellenzcluster PhenoRob forschen (© Foto: Jordan Goebig / iSEE)

 

Rund 20 Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreise verleiht die Alexander von Humboldt-Stiftung jährlich an international anerkannte Forschende aus dem Ausland und würdigt damit deren herausragende Forschungsleistungen. Der Preis trägt den Namen des deutschen Astronomen und Mathematikers Friedrich Wilhelm Bessel (1784-1846) und wird finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die neue Preisträgerin Amy Marshall-Colon entwickelt Modelle, die zeigen, wie Pflanzen unter Berücksichtigung ihrer genetischen Merkmale auf umweltbedingte Störungen reagieren. „Die Forschungsaktivitäten von Amy Marshall-Colon sind herausragend, insbesondere ihre Leistungen bei der Entwicklung von mathematischen ,Multiskalen-Modellen‘, mit denen sie die Interaktionen von Genen und Umwelt analysiert“, betont Prof. Dr. Frank Ewert, Principal Investigator am Exzellenzcluster PhenoRob. Der Agrarwissenschaftler arbeitete bereits mit der Pflanzenbiologin zusammen.

Unter anderem sieht sich Marshall-Colon an, wie Pflanzen im Klimawandel auch unter höheren Temperaturen Stickstoffdünger aufnehmen, der dann nicht als Schadstoff in der Luft oder im Wasser landet. Dazu erforscht sie die zugrundeliegenden genetischen und molekularen Mechanismen. Ihre Modelle sollen dazu führen, Pflanzenwachstumsprozesse besser zu verstehen und Nutzpflanzen so zu züchten, dass sie auch in „stressigen“ Umgebungen zurechtkommen.

Forschungsfeld ist für verschiedene Disziplinen interessant

In den vergangenen Jahren hielt Amy Marshall-Colon bereits einige Vorträge im Rahmen der Vortragsreihe und der vom Cluster organisierten wissenschaftlichen Tagung „DigiCrop 2020“. „Das Besondere ist, dass ihre Forschungsarbeiten nicht nur bei einer kleinen Gruppe von Spezialisten Anklang fand, sondern auch bei einem breiten Publikum von Forschenden aus verschiedenen Disziplinen“, sagt Dr. Nora Berning, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters PhenoRob. Für sie steht fest: Das Forschungsthema ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Forschungsfelder interessant: darunter die Genetik, die Pflanzenbiologie und -physiologie, aber auch die Geodäsie, Robotik, Bodenwissenschaften und Agrarpolitik. All diese Disziplinen vereint der Exzellenzcluster in seinem Arbeitsprogramm – mit dem übergeordneten Ziel, neue Möglichkeiten für den nachhaltigen Anbau und die Bewirtschaftung von Feldern zu erforschen.

Zur Person:

Amy Marshall-Colon ist Professorin für Pflanzenbiologie an der University of Illinois in den USA und forschte zuvor an der New York University und der Purdue University in West Lafayette (USA). Sie erhielt bereits zahlreiche Förderungen und Auszeichnungen und publiziert seit Jahren ihre Forschungsergebnisse in hochrangigen Journalen [...]

 

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  www.uni-bonn.de | 14.04.20211

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